Statement von Assoc. Prof. Dr. Amedeo Azizi
Aufgrund der Pandemie mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 und der damit einhergehenden Erkrankung COVID-19 herrscht eine große Verunsicherung in Österreich. Das trifft natürlich umso mehr auf Menschen (bzw. deren Angehörigen) zu, die an einer vorbestehenden Grunderkrankung leiden.
Bitte beachten Sie unbedingt die offiziellen Verlautbarungen der Bundesregierung und des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (siehe Web-Links unten)
Die Ambulanzen der Krankenhäuser – also auch die NF Ambulanz an der Kinderklinik des AKH – werden alle bis auf Akutfälle abgesagt. Die Termine werden entweder verschoben oder Befundbesprechungen tel. abgehalten und Briefe geschrieben. Therapien laufen bis auf weiteres noch weiter (und werden dies hoffentlich auch während einer prolongierten Pandemie können).
 
Sind Menschen mit Neurofibromatose Typ 1, Typ 2 und Schwannomatose einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an COVID-19 zu erkranken?
Es gibt keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die einen Zusammenhang untersucht hätten. Es gibt jedoch keinen Hinweis darauf, dass Menschen mit NF1, NF2 oder Schwannomatose mehr bzw. stärker an Virusinfekten erkranken als Menschen ohne diese zugrundeliegenden Erkrankungen. Man kann somit annehmen, dass das Risiko, an COVID-19 zu erkranken dem der restlichen Bevölkerung gleicht.
 
Nichtsdestotrotz kann COVID-19 insbesondere bei älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen zu schweren Verläufen bzw. auch zum Tode führen (derzeit geht man davon aus, dass etwa 81% nur leicht erkranken, 14% einen schweren Verlauf nehmen und 5% kritisch krank werden).
Bitte beachten Sie daher UNBEDINGT die von der Regierung eingeleiteten Maßnahmen, die laufend aktualisiert werden.
Informationen finden Sie u.a. unter folgenden Links:
Coronavirus Hotline der AGES: 0800 555 621
 
Meiden Sie alle nicht notwendigen Sozialkontakte und kontaktieren bei Auftreten von Fieber und Husten oder anderen Atemwegsbeschwerden die dafür vorgesehene Hotline der telefonischen Gesundheitsberatung 1450
 
Sind Menschen unter Chemotherapie einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an COVID-19 zu erkranken?
Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko an Infektionskrankheiten zu erkranken – dies trifft somit auch auf Menschen zu, die eine Chemotherapie erhalten. Je nach Art der Krebstherapie ist die Immunschwäche sehr unterschiedlich ausgeprägt. Es ist jedenfalls unumgänglich, dass Menschen unter Chemotherapie alle nicht lebensnotwendigen sozialen Kontakte einstellen und sich nach Möglichkeit in häusliche Isolation begeben, um Kontakt mit Virus-Überträgern zu vermeiden. Die weitere onkologische Therapie soll während der COVID-19 Pandemie in Absprache mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten erfolgen.
Sollten Fieber und Husten bzw. andere Atemwegsbeschwerden auftreten, so muss unbedingt die telefonische Gesundheitsberatung 1450 angerufen und dringend auch Kontakt zu den behandelnden Ärztinnen und Ärzten aufgenommen werden. Je nach Schwere der Beschwerden bzw. bei einem fulminantem Verlauf kontaktieren Sie die Rettung unter 144 (und schildern unbedingt die vorliegenden Symptome und den Umstand, dass Sie bzw. Ihr Angehöriger Chemotherapie erhält!).